Feed auf
Postings
Kommentare

Im WDR Kabarett gab es vor einer Woche einen netten Beitrag von Volker Pispers zum aktuellen Atomenergie-Thema und der Entscheidungsgewalt von Minderheiten.

Da die von uns bezahlten öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten neuerdings per Staatsvertrag viele Inhalte nach ein paar Wochen wieder aus dem Netz entfernen müssen (“klugen” Politikern und privaten Medien sei Dank), hier der Beitrag auf YouTube:

Quelle: WDR Kabarett, auf YouTube

Am 11. September findet in Berlin wieder eine Demo “Freiheit statt Angst” statt. Die Demonstration richtet sich wie auch in 2009 gegen ausufernde Überwachung und Kontrolle der Bürger. Wer nicht hingeht, kann auch für die Durchführung spenden.

Passend dazu war die Demo zuletzt Thema beim Chaosradio CR160.

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

Und hier noch der Trailer zur Demo auf YouTube:

In der letzten Plusminus-Sendung wurde in Zusammenarbeit mit dem CCC gezeigt, dass der im November kommende neue elektronische Personalausweis (ePA) in Zusammenhang mit den dann kostenlos verteilten Lesegeräten unsicher ist. Nun, das ist insofern keine Überraschung, als dass jede Anwendung, die auf dem PC läuft (hier betrifft es mindestens das Eingeben der PIN über die PC-Tastatur), prinzipiell nie zu 100% sicher ist. Das gilt vermehrt für die vielen Lemminge mit Windows-Rechnern, von denen das Bundesinnenministerium verlangt, dass sie für die Sicherheit der PC-Umgebung sorgen müssen. Aber hat das jemals geklappt?

Hier das Video zur Sendung:

Quelle: ARD, über YouTube

Da es immer eine Unsicherheitskomponente gibt, und sei es der Mensch selbst, hätte man meines Erachtens den ePA als hoheitliches Dokument nicht so mit neuen Funktionen überladen dürfen. Die beiden Kardinalfehler beim ePA sind aus meiner Sicht:

1) RFID/NFC-Schnittstelle

Damit können Daten über Funk (im Nahbereich) ausgelesen werden. Falls jemand diese Schnittstelle knackt oder bei authentifizierten Übertragungen mitlesen kann, ist die Sicherheit des Gesamtsystems am Ende. Derzeit ist das Auslesen der verschlüsselten Daten zwar nur nach Authentifizierung der Lesegeräte und PIN-Eingabe möglich, aber wie beim Online-Banking, bei dem die eigentlichen Kryptoverfahren auch sicher sind, wird es über kurz oder lang wahrscheinlich Möglichkeiten geben, diese ePA-Sicherheit zu umgehen (Pishing, Skimming, Man-in-the-middle, etc.).

Und ganz wichtig: Ich selbst habe keine unmittelbare physische Gewalt mehr über dieses Schnittstelle. Außer Schutz durch Alu-Hüllen.

2) Kopplung mit privatwirtschaftlichen Funktionen

Wieso wird der ePA mit Funktionen ausgestattet, die größtenteils der Privatwirtschaft nützen? Der ePA sollte ein rein hoheitliches Dokument bleiben. Alles andere (eID, digitale Zertifikate mit Signaturfunktion) gehört auf eine separate (Bürger-)Karte.

Diese beiden Punkte hätten jedem halbwegs kompetenten und lernwilligen Entscheider auffallen müssen. Denn ist so ein System erst mal gehackt, dann geht es uns wie bei den EC-Karten. Wehe dem, dessen Identität plötzlich missbraucht wird und in der Beweispflicht steht.

Weitere Infos:

Die aktuelle Chaosradio Ausgabe CR159 steht unter dem Titel “Digitale Postkarten” und berichtet “über die Versuche, elektronische Post staatlich zu organisieren und kostenpflichtig zu machen”. Damit sind die Dienste De-Mail und E-Postbrief gemeint.

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

Demnach sind weitere Nachteile der “Bezahlmail”-Dienste, die ich noch nicht genannt hatte:

  • Die digitalen Postkarten gelten spätestens 3 Tage nach Ablage der Nachricht in der Mailbox als zugestellt. Das ist in der analogen Welt, verglichen mit einem Einschreiben, nicht so. Dort wird darauf geachtet, dass ich persönlich das Einschreiben in den Händen halte. Erst dann beginnen Fristen. Bei den elektronischen Varianten liegt die Mailbox zudem bei einem privatwirtschaftlichen Anbieter und damit außerhalb meines Machtbereichs.
  • De-Mail & Co. sollen keine Dokumente ersetzen, die der Schriftform unterliegen. Die dafür nötige qualifizierte elektronische Signatur ist indes heute schon möglich, wird jedoch bei De-Mail & Co. nicht angewandt. Wozu also De-Mail ?

Eine schöne Zusammenfassung der Problematik mit De-Mail und E-Postbrief bietet Heise in der aktuellen c’t unter dem Titel “Elektronische Einschreiben“, wobei der Schlusssatz es auf den Punkt bringt:

Während Unternehmen und Behörden viel Porto sparen, bekommen Privatkunden mehr Pflichten aufgebürdet als bei der Zustellung der Papierpost und müssen einem System vertrauen, von dem noch nicht bekannt ist, ob es wirksam gegen Angriffe und Spam-Attacken geschützt ist und die Korrespondenz dort sicher aufgehoben ist.

Quelle CR159: Chaosradio

De-Mail und E-Postbrief

In den letzten Tagen wurden mit De-Mail und E-Postbrief zwei neue Email-Dienste für Endkunden gestartet, wobei im ersten Schritt eine Registrierung einer persönlichen Adresse vorgenommen werden kann. Beide Dienste versprechen dem Kunden eine sichere und vertrauliche Kommunikation per Email. De-Mail ist auf elektronische Kommunikation privater Kunden mit Behörden und der Privatwirtschaft ausgelegt, wohingegen der E-Postbrief eine Schnittstelle zur analogen Briefwelt bietet und Behörden zunächst außen vor lässt. De-Mail wird gesetzlich vom Staat unterstützt. Der E-Postbrief ist eine privatwirtschaftliche Dienstleistung der Deutschen Post. Soweit eine kurze Erklärung, nähere Infos sind in den Wikipedia-Artikeln zu De-Mail und E-Postbrief zu finden.

Beide Dienste werden jedoch von Experten und Netzgemeinde ziemlich kritisch gesehen, und das zu Recht. Bei De-Mail gibt es massive Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes und der Rolle des Staates, der sich in die elektronische Kommunikation seiner Bürger einschaltet. Der Staat (oder besser gesagt die Regierung) hat in den letzten Jahren sehr viel Vertrauen verspielt bei der Netzgemeinde, da er das Internet nicht als Mittel der freien Kommunikation, sondern eher als Raum ansieht, den es zu kontrollieren gilt.

Meine wesentlichen Kritikpunkte an De-Mail sind:

  1. Umkehrung der Beweislast: Der Kunde (also ich) bin z.B. in der Pflicht, eine Nicht-Zustellung zu beweisen.
  2. Was “rechtssichere Kommunikation” für den Kunden bedeutet, wird nicht transparent erklärt. Das bringt auch viele Nachteile für den Kunden. Ergibt sich wirklich mehr Sicherheit für mich?
  3. Die Verschlüsselung ist nicht Ende-zu-Ende. Provider und Staat können mitlesen (und manipulieren).
  4. Wenn meine digitale Email-Identität (Unterschrift) in falsche Hände gerät, kann derjenige fröhlich für mich Verträge etc. abschließen. Die Beweislast liegt dann bei mir.
  5. Die Email-Adresse ändert sich, wenn ich zu einem anderen Provider wechsele.

Meines Erachtens müsste die Rolle des Staates darauf reduziert werden, eine Instanz für beglaubigte digitale Zertifikate aufzubauen (so ähnlich wie CAcert). Die sichere elektronische Kommunikation könnte dann von Jedermann mit bestehenden Email-Adressen mittels Standardprotokollen wie S/MIME oder PGP abgewickelt werden. Das würde auch heute schon funktionieren, aber besonders Banken und Wirtschaft haben das bis heute nicht verstanden und umgesetzt. Aber freilich hätte der Staat dann keine Möglichkeit, in die Kommunikation seiner Bürger einzusehen, denn durchgängiges S/MIME oder PGP wäre wirklich sicher. Siehe auch mein Posting zu De-Mail von Februar 2009.

Auch der E-Postbrief hat sein Fett bereits abbekommen. Hohe Kosten, sehr dubiose AGBs (Pflicht zur täglichen Postfachprüfung) und die fehlende Ende-zu-Ende Verschlüsselung sind hier zu nennen. Prädikat: unbrauchbar.

Weitere Infos:

Nachtrag 22.07.2010 zum Thema Sicherheit von De-Mail:

Nachtrag 24.07.2010 zum Thema AGB beim E-Postbrief:

Nachtrag 26.07.2010 zum Thema De-Mail:

Nachtrag 28.-29.07.2010 zum Thema De-Mail

Nachtrag 29.07.2010 zum Thema E-Postbrief:

Nachtrag 03.08.2010 zum Thema De-Mail:

Nachtrag 12.08.2010 zum Thema E-Postbrief:

Cleanternet ist eine Kampagne für ein “sauberes und sicheres Internet”, das die Pläne der EU-Kommission in Person von Cecilia Malmström (Censilia) aufs Korn nimmt, EU-weit “unsaubere” Internetseiten sperren zu wollen. Das Video zeigt in Analogie zu “Rette Deine Freiheit“, wohin das führen wird und welche Absichten unserer Politiker und der Lobbygruppen wirklich dahinter stecken.

Quelle: Cleanternet, auf YouTube

Weitere Infos:

Piraten NRW 2010 BannerAm 9. Mai ist Landtagswahl in NRW. An dieser Stelle möchte ich zur Wahl der Piratenpartei aufrufen. Kernthemen der Piraten sind:

  • Bürgerrechte, Privatsphäre und Demokratisierung
  • Datenschutz, Transparenz und Verbraucherschutz
  • Infrastrukturmonopole, Bildung und Open Access
  • Kultur, Urheber- und Patentrecht

Das Wahlprogramm für die Landtagswahl NRW 2010:

Klarmachen zum Ändern!

Quelle Video: Piratenpartei, auf YouTube

Weitere Infos:

Nachtrag:

Tag gegen DRM

Day Against DRM

Die Website DefectiveByDesign.org ruft heute, den 4. Mai, als Tag gegen DRM aus. Die Aktivisten setzen sich für die Nutzung digitaler Medien wie Bücher, Musik, Bilder und Videos ohne Restriktionen ein. DRM hat sich leider in vielen Bereichen der Medienlandschaft etabliert, weil die Medienkonzerne Kontrolle ausüben und den Nutzern vorschreiben wollen, wann, wo und wie die legal erworbenen Inhalte konsumiert werden dürfen. Bei Musik (MP3) hat sich der Trend bereits gewandelt und man erwirbt heute weitestgehend DRM-freie Inhalte, die man z.B. auf mehr als einem Gerät abspielen kann. Aber besonders Filmindustrie und Buchbranche halten an DRM fest, zu erkennen z.B. an dem Formatwirrwarr beim Digital-TV (CI+, Verschlüsselung) und bei digitalen Büchern. Am Ende sind es eigentlich immer die legalen und zahlenden Nutzer der Medien, die bei DRM unter Restriktionen zu leiden haben.

Daher sage auch ich: WEG MIT DRM !

Quelle Bild: DefectiveByDesign.org

Certified Scrum Master

Nachdem ich diese Woche den Online-Test bei der Scrum Alliance absolviert habe, kann ich mich ab sofort Certified Scrum Master (CSM) nennen. Das Zertifikat bestätigt letzten Endes die Teilnahme an einem Training und an dem Online-Test und ist der Einstieg in weiterführende Scrum-Zertifizierungen. Außerdem wird man automatisch für zwei Jahre Mitglied in der Scrum Alliance.

Weitere Infos zu Scrum finden sich im Scrum-Artikel auf meiner Homepage. Das Zertifikat findet man in meinem Profil.

Quelle Logo: Scrum Alliance

Jörg Tauss hat gestern eine interessante Analogie der politischen Machtkämpfe zur Kontrolle des Internets mit der damaligen “Befriedung” der Indianer im Wilden Westen hergestellt. Sein Artikel Indianer und Netzgemeinde veranschaulicht verblüffend passend, wie die Politik versucht, die Netzgemeinde durch mutmaßliche Zugeständnisse und “aufeinander Zugehen” einzunebeln, um dann hinterrücks unbeirrt unsere Freiheit einzuschränken (siehe Vorratsdatenspeicherung,  Zugangserschwerungsgesetz, elektronischer Personalausweis, SWIFT, Online-Durchsuchung, ACTA, etc.). Ein Kernsatz sei hier zitiert:

[...] Auch die Indianer verhandelten damals gutgläubig mit den Regierungsstellen und schlossen sogar Verträge, deren Halbwertszeit, wenn überhaupt, bei Monaten lag. Erreicht wurde damit ein für sie leider trauriger und unvorteilhafter Tausch: gutes Land gegen unfruchtbare Reservate und etwas staatliche Unterstützung. [...]

Mein Fazit: Freiheit lässt sich nicht verhandeln, sondern ist Grundlage unserer gesellschaftlichen Ordnung.

Quelle Bild: Wikipedia, Lizenz: gemeinfrei

Ältere Postings »

Stoppt die Vorratsdatenspeicherung! Jetzt klicken & handeln!Willst du auch bei der Aktion teilnehmen? Hier findest du alle relevanten Infos und Materialien: