Archiv für den Monat: Juni 2007

Internet-Kompetenz der Politiker

Kinder befragten im ARD-Morgenmagazin Politiker über deren Internetnutzung. Die kurze Sendung ist hier bei netzpolitik.org oder unten eingebettet zu sehen.

Quelle: ARD, auf sevenload

Es wird einem wirklich Angst und Bange, wenn man sieht, wie wenig die „politische Elite“ unseres Landes über das Internet und Computer Bescheid weiß. Vor allem wenn man bedenkt, dass unsere Bundesministerin der Justiz noch nicht einmal weiß, was ein Browser ist. Was kann man bei solcher Kompetenz erwarten hinsichtlich der Gesetzgebung in unserer Informationsgesellschaft, z.B. zu Themen wie Vorratsdatenspeicherung, biometrische Pässe oder Hacker-Paragraph ? Ich fürchte auch weiterhin nichts Vernünftiges.

NO OOXML

NO OOXML

Die Kampagne <NO>OOXML der Foundation for a Free Information Infrastructure (FFII) richtet sich gegen eine ISO-Standardisierung des von Microsoft eingereichten Vorschlags für ein "offenes" Dokumentenformat. Man kann dort auch eine Petition unterschreiben, die die wesentlichen Kritikpunkte an dem Format zusammenfasst.

Ich denke, dass Punkt 5 der Petition am wichtigsten ist:

Es ist nicht garantiert, dass jeder eine Software schreiben kann, die vollständig die OOXML Spezifikation erfüllt, ohne sich einer Patentbedrohung und Lizenzverpflichtungen auszusetzen.

Weitere Infos:

Umgang mit Spam – Whitepaper

Die Firma McAfee hat in einem Whitepaper (PDF) einige wertvolle Tipps zum Umgang mit Email-Spam veröffentlicht. Das Dokument enthält zwar auch Werbung für die eigenen McAfee-Produkte, aber die allgemeinen Ratschläge sind ein guter Einstieg in das Thema.

Linux-Nutzer haben es hier übrigens wesentlich einfacher, denn echte Spam-Filter, die sich nahtlos in den Email-Client oder sogar in den eigenen lokalen Email-Server einbinden lassen, sind bei vielen Linux-Distributionen standardmäßig mit an Bord. Siehe z.B. meine Anleitung zu Postfix hier.

Opensource-DVD

Eine neue Version der Opensource-DVD enthält viele aktualisierte Software-Pakete aus der Open-Source-Szene. Die DVD ist fast ausschließlich für Windows-Nutzer interessant, die leistungsfähige Software kostenlos und ohne Nutzungsbeschränkungen verwenden bzw. ausprobieren möchten. Für Linux-Nutzer ist freilich jede gängige Linux-Distribution voll von solcher Software.

Fingerabdrücke im Ausweis sollen Sicherheit erhöhen

Der neue biometrische Reisepass (ePass) enthält bereits ein Digitalfoto und demnächst auch die digitalisierten Fingerabdrücke der Person. Diese Daten werden bei der Personenkontrolle per Funk (RFID) ausgelesen. Datenschützer und Sicherheitsexperten warnen vor den Risiken dieser Technologie, deren Massentauglichkeit bisher noch nicht wirklich erwiesen ist. Missbrauch und Manipulation der persönlichen Daten können jedenfalls nicht ausgeschlossen werden. Siehe Infoseiten beim CCC und Chaosradio.

Diese Technologie soll nun auch EU-weit für Personalausweise eingeführt werden. Vorreiter ist wieder einmal die Bundesrepublik. Bei Reisepässen kann man noch sagen, dass der ePass nur für Reisen ausserhalb der EU nötig und damit nicht zwingend für jede Person erforderlich ist. Beim Personalausweis wird es jedoch einen Zwang für alle Bürger geben, sich erkennungsdienstlich erfassen zu lassen.

Die Risiken dieser neuen Technologie sind heute bereits absehbar. Fingerabdrücke werden zu einem kostbaren Gut, auf das man besonders achten sollte. Identitätsdiebstahl und das absichtliche Hinterlassen "gestohlener" Fingerabdrücke wird uns in Zukunft beschäftigen. Die Beweislast wird sich vielleicht umkehren, wenn die Fingerabdrücke zusätzlich zentral gespeichert und bei Straftaten automatisch mit am Tatort gefundenen Fingerabdrücken verglichen werden. Man wird dann z.B. plötzlich erklären müssen, warum die eigenen Fingerabdrücke am Tatort gefunden wurden – obwohl man nur ganz normal am Geldautomaten, der 5 Minuten später aufgebrochen wurde, Geld abgehoben hat.

Meldung dazu: