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Seit 2004 wird auf die Auszahlung von Direktversicherungen (als eine Form der betrieblichen Altersvorsorge) für gesetzlich Versicherte der volle Krankenversicherungsbeitrag fällig. Diese Abzocke wurde sogar auf Altverträge ausgeweitet ! Von Bestandsschutz will keiner etwas wissen, geht es doch um Milliarden. Wer also auch vor dieser neuen Regelung eine Direktversicherung abgeschlossen hat, die bei 20% Pauschalversteuerung der Beiträge durchaus attraktiv war, der muss nun von der gesamten ausgezahlten Versicherungssumme ca. 15% an die Krankenkassen abführen (über 10 Jahre verteilt). Es geht hier also für viele um bis zu 10.000€ zusätzlicher Beiträge. Das gilt sowohl für regelmäßige Renten-Zahlungen als auch für Einmalzahlungen. Die Beitragspflicht bei Einmalzahlungen aus Lebensversicherungen wurde jüngst vom Bundesverfassungsgericht bestätigt.

Viel schlimmer wird es, wenn man während der Laufzeit die Direktversicherung privat weiterführt, z.B. weil der neue Arbeitgeber die Versicherung nicht weiterführt. Dann werden auf die ab dann eingezahlten ohnehin sozialversicherungspflichtigen Beiträge (Nettolohn) am Ende nochmal die Krankenversicherungsbeiträge fällig. Denn nur die Beiträge im Rahmen der betrieblichen Altersvorsorge sind während der Ansparphase sozialabgabenfrei. Am Ende der Laufzeit werden die privaten Beiträge nicht gesondert behandelt, handelt es sich doch nachwievor um eine betriebliche Altersvorsorge, zumindest auf dem Papier.

Die Rendite der Direktversicherung sinkt damit ganz erheblich. Diese Form der Altersvorsorge wird damit praktisch völlig uninteressant (vor allem für Direktversicherungen nach alter Regelung). Zumal Krankenversicherungsbeiträge auf normale Kapitalerträge im Rentenalter nur für freiwillig Versicherte erhoben werden. Dabei werden Menschen, die im Berufsleben freiwillig versichert waren, später zumeist Pflichtversicherte. Wenn man das Geld also privat sparen würde, bliebe das Ersparte nach jetzigem Recht fast immer krankenversicherungsfrei. Aber wer weiß schon, was sich der Gesetzgeber noch einfallen lässt, um später an unser Geld zu kommen.

Ach ja, noch etwas: Privat Versicherte zahlen überhaupt keine Krankenversicherungsbeiträge auf Auszahlungen einer Direktversicherung ! Woher stammt eigentlich der Begriff “Rechtsstaat” ?

Meldungen und mehr Infos dazu:

3 Kommentare auf “Voller Krankenversicherungsbeitrag bei Auszahlung von Direktversicherungen”

  1. Heine sagt:

    26 Jahre Beiträge vom Weihnachtsgeld für Direktvers. bezahlt. Der Arbeitgeber bestätigt, daß ich allein privat die Beiträge gezahlt habe. In der TK habe ich immer Höchstbeiträge. gezahlt. Bis zur Rente 8/2005 und jetzt zahle ich jeden monat 91,54 € steigent. Ohnmächtig vor Zorn finanziere ich die TK von der gedachten zusätzlichen Altersversorgung. Jetzt soll mich nur ein Politiker egal welcher Partei auf das Wählen ansprechen ich glaube nicht, daß ich mich behersche! Wo sind wir eigentlich? Im Rechtsstaat! Ich klaube ich kotze.
    R. Heine

  2. Ralf sagt:

    Guter Kommentar ! Sind die 91,54 € nur für die Direktversicherung fällig (scheint so) ? Hat die Krankenkasse gesagt, wie lange dieser Beitrag zu zahlen ist (es sollten ja 10 Jahre sein) ? Dann sind es insgesamt ca. 11.000 € Beiträge. Wahnsinn. Das sollte man mal gegenrechnen mit der Auszahlung, den Einzahlungen und Steuerersparnissen. Ich tippe, dass da eine Rendite von max. 2% übrig bleibt. Jedes Tagesgeldkonto wäre wahrscheinlich besser gewesen (trotz Versteuerung der Zinsen).

    Man kann es irgendwo noch nachvollziehen und unter dem Begriff der Solidarität verstehen, dass man später Krankenversicherungbeiträge bezahlen soll, wenn die Einzahlungen vorher sozialabgabenfrei waren (ähnlich wie die nachgelagerte Versteuerung). Aber diese neue Regelung einfach auf Altverträge anzuwenden, die vor vielen Jahren unten anderen Erwartungen abgeschlossen wurden, das ist in der Tat eine absolute Frechheit, um nicht zu sagen ein Betrug. Und wenn man im Erwerbsleben schon bis zur Beitragsbemessungsgrenze gezahlt hat, dann erschließt sich mir diese Regelung auch nicht.

    Wir haben eine Direktversicherung vor zwei Jahren beitragsfrei stellen lassen, da der neue Arbeitgeber diese nicht weiterführen wollte. Wir hätten aus voll versteuertem und vor allem aus mit vollen Sozialabgaben belegtem Einkommen die Beiträge weiterzahlen müssen. Bei dann nochmals vollen Krankenversicherungbeiträgen nach der Auszahlung. Da haben wir die Reißleine gezogen, denn eine positive Rendite wäre kaum noch möglich gewesen. Gefreut hat sich nur die Versicherung, da diese nach Wildwest-Manier in den ersten Beitragsjahren die vollen Kosten für den geplanten Versicherungsverlauf bis 2030 einbehalten hat. Eine unglaubliche Geldvernichtung privater Vermögen.

    Einfach nicht mehr CDU und SPD wählen, ist meine Antwort. Nichtwähler stärken diese nur, daher auf jeden Fall zur Wahl gehen und z.B. die Piratenpartei wählen ;-)
    Und Vorsicht bei betrieblicher Altersvorsorge, denn der Staat kann jederzeit die Bedingungen ändern, indem er Gesetze ändert (was er bei der gesetzlichen Rente ja auch ständig tut). Die Direktversicherung ist jedenfalls völlig uninteressant geworden, ja sogar eine Falle.

  3. Maria sagt:

    Meine Erfahrung mit Direktversicherung:
    Lediglich eine weitere Möglichkeit der Versicherer in Konspiration mit den Bonzen (Berufs-Politiker) den Bürger abzuzocken, denn:
    1. die einmal abgeschlossene Direktversicherung ist nicht kündbar und läuft bis zum Rentenalter, d.h. man bleibt dem Versicherungsunternehmen bis zur Rente mit Verwaltungsgebühren und Bearbeitungsaufschlägen vollkommen ausgeliefert. Für den Abschluss wurden versteckte Abschlussgebühren in Höhe von 2 Jahresbeiträgen einbehalten. Als ich das nach über 3 Jahren mitbekommen habe – nachdem ich die Firma gewechselt habe und eine detaillierte Aufstellung über den derzeitigen Wert der Versicherung verlangt habe – wurde das offengelegt.
    2. Bei Fälligkeit ggf. auch schon vorher, kann das eingezahlte Geld komplett weg sein (z.B. bei Aktien), da die “Verwaltungskosten” sehr hoch sind und weiterlaufen, auch wenn der Vertrag stillgelegt wurde!

    3. Es fallen hohe laufende Kosten an – Verwaltungsgebühren etc. – die dem Kunden vor Vertragsabschluss bewusst verschwiegen werden. Im Endeffekt zahlt der Verbraucher ziemlich viel drauf, statt dass er eine Rendite erwirtschaftet.

    Ich habe bei der “Continentalen” über EUR 7.800,– eingezahlt (Gehaltsumwandlung worauf ich 25% Pauschalsteuern bezahlt habe – davon hat der mir von der Continentalen Versicherung geschickte Mitarbeiter ohne mein Wissen und Einverständnis EUR 2.800,– kassiert, was man mir allerdings bewusst verschwiegen hat, denn wenn ich darüber informiert worden wäre, hätte ich nie eine Direktversicherung abgeschlossen. Auf Nachfrage bei der Continentalen erhielt ich seinerzeit die Auskunft: Wir schicken Ihnen einen Mitarbeiter vorbei, der den Antrag mit Ihnen zusammen ausfüllt. Dass der Mitarbeiter dafür 2 Jahresbeiträge kassiert, wurde mir verschwiegen. Am Ende der Laufzeit ist nach neuer „Rechtsprechung“ nochmal eine Pflichtversteuerung mit ca. 15 % Barmer EK zu entrichten, davon sind die Bonzen nicht betroffen, weil die alle auf unsere Kosten Privatversichert sind und es nur gesetzlich und Ersatzkassenversicherte trifft. Mein “Guthaben” beträgt derzeit noch EUR 1.800,–. Dieses fiktive “Guthaben” kann sich durch die laufenden Verwaltungsgebühren sowie aufgrund der negativen Aktienentwicklung bis zur Fälligkeit vollständig auflösen, so dass die Versicherung mir keinen Cent zu bezahlen braucht. Auf jeden Fall rate ich aus eigener Erfahrung vom Abschuß einer Direktversicherung sowie überhaupt vom Abschluss einer Kapitalbildungsversicherung dringend ab. Die einzigen, die damit Kapital bilden, sind die Versicherungen und die Bonzen.

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