Archiv für den Monat: Juli 2008

Auf Nummer sicher: Per RFID in die Zukunft

Der schon im Mai 2007 gesendete ZDF-Film „Auf Nummer sicher“ zeigt sehr anschaulich, wie sich unsere Gesellschaft nach der flächendeckenden Durchdringung unseres Lebens mit Überwachungs- und RFID-Technologien ändern könnte. Der Film mischt sehr interessant und informativ Elemente aus fiktivem Spielfilm und realer Dokumentation.

Die allgegenwärtige Kontrolle und Überwachung unseres Lebens scheint in der Tat nur eine Frage der Zeit zu sein. Die katastrophale Verflechtung politischer Entscheidungen mit wirtschaftlichen Interessen ist in dieser Hinsicht besonders hervorzuheben.

Quelle und Copyright: ZDF

Der elektronische Personalausweis kommt

Der Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung hat heute eine Stellungnahme zum geplanten elektronischen Personalausweis (ePA) abgegeben. Dort wird auf die Gefahren durch die biometrische und elektronische Erfassung der Bevölkerung hingewiesen. Die wichtigsten Kritikpunkte dazu sind:

  • Die anonyme elektronische Kommunikation wird erheblich erschwert oder in Zukunft gar unmöglich. Das betrifft nicht nur das Internet, sondern alle Vorgänge, bei denen elektronische Kommunikation stattfindet und man die Identität des Bürgers feststellen möchte oder muss, z.B. beim Einkauf.
  • Die per Funk (RFID) auslesbaren Ausweise laden dazu ein, die gespeicherten Daten automatisch mit anderen Datenbanken abzugleichen oder in andere Datenbanken zu speichern. Das Recht auf informationelle Selbstbestimmung ist gefährdet. Die Kontrolle über die Daten könnte ein großes Problem werden, zumal bei RFID auch unbemerktes Auslesen möglich ist.
  • Die Freiwilligkeit bei der Aufnahme von Fingerabdrücken könnte bald einem Zwang weichen.

Der AK Vorrat empfiehlt daher den Bürgern, die elektronischen Authentisierungs- und Signaturfunktionen und die Aufnahme von Fingerabdrücken nicht zu nutzen.

Besonders hinsichtlich der Fingerabdrücke und der RFID-Schnittstelle kann ich das voll unterstützen. Was die Signaturfunktionen angeht, ist die allgemeine Idee nicht schlecht, allerdings hätte ich mir gewünscht, diese in eine separate „Bürgerkarte“ einzubauen.

Weitere Infos zum ePA:

CCC warnt vor Foto auf elektronischer Gesundheitskarte

Der Chaos Computer Club rät den Mitgliedern der gesetzlichen Krankenversicherungen, kein Foto für die elektronische Gesundheitskarte einzusenden. Die Sicherheit der Karte sei nicht ausreichend geklärt, heißt es in der Stellungnahme.

Ich bin mal gespannt, wie es mit der elektronischen Gesundheitskarte weitergeht. Ob das Projekt noch zu stoppen ist, wage ich zu bezweifeln. Aber vielleicht hat der Bürger mit einem Foto-Boykott ja eine Möglichkeit, ein Zeichen zu setzen.