Archiv für den Monat: Februar 2009

Judas Priest live in Dortmund

Gestern startete die Judas Priest Tour in Deutschland namens „Priest Feast“. Den ersten Auftritt in Dortmund ließ ich mir nicht entgehen und war zusammen mit meiner Frau live dabei. Nach Konzertbesuchen in Berlin, Essen und Köln war das nun mein viertes Priest-Konzert in den letzten 25 Jahren.

Insgesamt war das Konzert gut gelungen, auch wenn das Event recht kurzfristig in die kleinere Halle 2 verlegt wurde. Leider war die Lautstärke tendenziell zu hoch und hätte locker für die große Westfalenhalle 1 gereicht. So war vor allem der übereifrig donnernde Bass vom Schlagzeug das ein oder andere Mal der Melodie der Songs nicht förderlich. Schade, wo sich doch gerade die meist melodische Grundstimmung der Priest-Musik so hervorragend von den Songs anderer Heavy Metal Bands abhebt. Trotz Schwächen bei der Beschallung war die Musik hervorragend.

Neben einigen Songs von der neuen Nostradamus-Scheibe („Prophecy“,“ Death“) wurden vor allem Titel aus den 70er und 80er Jahren gespielt. So waren „Eat me alive“, „Sinner“, „Electric Eye“ und „Painkiller“ vertreten. Spitzenmäßig vorgetragen wurden die Titel „Breaking the Law“ und „Green Manalishi„. Auch am Ende – nach insgesamt 1:40 h Spieldauer – zeigten die Jungs mit „You’ve got another thing comin“ noch einmal so richtig, dass Priest live immer noch vom Feinsten ist. Ein Wahnsinns-Ende.

Ein kleiner Ausschnitt von „Metal Gods“ ist unten als Video zu sehen.

Quelle: Priest Live in Dortmund 24.02.2009

Weitere Links (Audio-Qualität z.T. sehr schlecht):

KDE4 das bessere Windows 7

Wie urteilen Leute auf der Straße über das kommende Windows 7, denen jedoch KDE4 vorgeführt wurde ? Wie man in dem Video sieht, können die meisten Menschen eh nicht unterscheiden, ob man Windows oder Linux (KDE) vor sich hat. Leider kaufen sie trotzdem Windows, meist jedoch zwangsweise mit einem neuen PC.

Quelle: ZDNet Australien

Elektronischer Personalausweis kommt 2010

Der Bundesrat hat der Einführung des biometrischen Personalausweises mit elektronischem Identitätsnachweis zugestitmmt. Ab dem November 2010 werden die neuen Ausweise eingeführt.

Meines Erachtens ist die Kopplung der Feststellung der Identität mit Funktionen des alltäglichen elektronischen Rechtsverkehrs auf einer Karte kritisch zu sehen. Eine separate Bürgerkarte für elektronische Geschäfte wäre die bessere Wahl gewesen. Bleibt zu hoffen, dass die Abgabe der Fingerabdrücke freiwillig bleibt und sich möglichst viele Brüger nicht für eine biometrischen Vollerfassung entscheiden. Denn mehr Sicherheit bringen Biometrie und RFID nicht, was man allein bei der Handhabung in den Meldebehörden sieht.

De-Mail

Der Bund möchte jedem Bundesbürger eine De-Mail Email-Adresse anbieten, mit der angeblich sicher kommuniziert werden kann. Der Service soll vor allem zur Kommunikation mit Behörden und der Privatwirtschaft genutzt werden, aber auch einen Datensafe für Dokumente beinhalten. Dazu wurde eigens ein Bürgerportalgesetz entworfen. Mehr Infos dazu bei Heise.

Folgende Punkte erscheinen mir bei diesem Projekt besonders erwähnenswert und diskussionswürdig:

1) Die Verschlüsselung soll wohl nicht Ende-zu-Ende stattfinden, sondern nur zwischen beteiligten Providern, Firmen und Behörden. Das bedeutet, dass Vertraulichkeit und Integrität der Kommunikationsinhalte nicht wirklich gewährleistet werden kann, da zwischen Sender und Empfänger die Inhalte teilweise im Klartext vorliegen. Besonders bei Betrachtung der vielen Sicherheits- und Datenschutzskandale der letzten Zeit ist das schon bedenklich. Oder vertraut Ihr dem Bundesinnenministerium und Firmen wie der Telekom, mit Euren privaten Daten sorgsam umzugehen ? Prima ins Bild passt auch der Plan, dass zukünftig das BSI verstärkt die Kommunikation der Bürger mit Behörden überwachen dürfen soll.

2) Das Bundesinnenministerium gibt zu, dass die Kommunikationsinhalte vom Staat trotz Verschlüsselung eingesehen werden können. Natürlich nur nach richterlichem Beschluss, sagt man. Das legt den Schluss nahe, dass der Staat einen „Generalschlüssel“ hat, um an alle Informationen zu kommen. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt …

3) Schon heute existieren mit S/MIME und PGP zwei sehr sichere Methoden, seine Emails zu verschlüsseln und/oder vor Manipulation zu schützen. Allein deren Anwendung ist bisher noch nicht verbreitet, da ein erhöhter administrativer Aufwand für den Anwender damit verbunden ist. Näheres dazu in meinen Wiki.

Meines Erachtens wäre die konsequente Verwendung dieser Methoden bei weitem sicherer als De-Mail. Jedoch sind diese Verfahren dem Staat wohl zu sicher, da eine Entschlüsselung praktisch ausgeschlossen ist. Dabei empfiehlt der Staat in Form des BSI diese Methoden ausdrücklich ([1],[2]) und hat sogar an verschiedenen Tools mitgewirkt. Die Aufgabe des Staates sollte es sein, genau diese etablierten Verfahren mit geeigneter Infrastruktur zu unterstützen.

4) Derzeit zwar nur als freiwillige Leistung gedacht, könnte De-Mail eines Tages zur Pflicht werden, um z.B. mit Behörden und Firmen zu kommunizieren. Das wäre für den Datenschutz und unsere Freiheit sehr unschön, denn der Staat hätte damit das Monopol auf große Teile unserer Kommunikation mit der Möglichkeit, diese an nahezu zentraler Stelle mit Hilfe der privatenwirtschaftlichen Partner zu überwachen.

5) Die Entwicklung könnte schlimmstenfalls sogar dahin gehen, dass der Staat ein Kryptoverbot ausspricht, da ja jeder mit Hilfe des Bürgerportals bereits sichere Kommunikation betreiben kann. Alles schön unter staatlicher Kontrolle.

Weitere Meldungen dazu: