Archiv für den Tag: 20. April 2009

FoeBuD richtet zensurfreien DNS-Server ein

Der FoeBuD (Verein zur Förderung des öffentlichen bewegten und unbewegten Datenverkehrs) e.V. hat einen zensurfreien DNS-Server eingerichtet, den jeder nutzen kann, um die Web-Sperren zu umgehen. Ich zitiere aus der Verlautbarung:

[…] Der FoeBuD e.V. sieht das Recht auf freie und unbeobachtete Kommunikation als eine Grundvoraussetzung für eine freiheitliche Gesellschaft an. Der FoeBuD hat sich deshalb zu einer praktischen Gegenmaßnahme entschlossen und betreibt seit heute einen eigenen öffentlichen zensurfreien DNS-Server. Wer sich diesen als eigenen DNS-Server anstelle des vom Provider gelieferten Servers einträgt, kann damit die Internetsperren einfach umgehen. Die IP-Adresse lautet: 85.214.73.63. […]

Weitere freie DNS-Server findet man übrigens haufenweise im Netz, z.B. bei OpenDNS oder in dieser Liste. Im Prinzip werden nämlich nur die DNS-Server der beteiligten Provider für die Zensur angepasst.

1&1 befürchtet Missbrauch der Web-Sperren

Schön, dass es viele Internet-Provider gibt, die die Web-Sperren nicht freiwillig einführen wollen. Noch schöner, dass einer der großen, nämlich 1&1, auch der Meinung ist, dass die bald implementierte Sperrtechnik weitere Begehrlichkeiten wecken wird und Missbrauch zu befürchten ist. Siehe Interview mit 1&1-Sprecher Michael Frenzel auf magnus.de.

Auch Freenet hat sich gegen die Web-Sperren ausgesprochen, solange keine eindeutige Rechtsgrundlage existiert.

Zensursula entlarvt

zensursulaAuf netzpolitik.org ist ein Beitrag erschienen, der einige populäre Aussagen von Frau von der Leyen, genannt Zensursula, analysiert und als 13 Lügen entlarvt.

[Update]: Am 05. Mai wurde eine überarbeitete Fassung des Hintergrundtextes auf netzpolitik.org veröffentlicht.

Vor allem der immer wieder auftauchende Vorwurf, das Internet oder Teile des Internets seien ein rechtsfreier Raum, ist ein absoluter Blödsinn und die größte Lüge schlechthin. Recht gilt im Internet genauso wie im physischen Raum. Mittlerweile wird das Recht im Internet sogar manchmal stärker durchgesetzt als woanders (Beispiel Massenabmahnungen bei Urheberrechtsverletzungen).

Mit gefällt auch die Aussage ganz am Ende:

[…] Die entscheidende Kenngröße ist die Anzahl der Taten, die dennoch geschehen. Auch wenn keiner hinschaut.

Soll heißen: Kindesmisshandlungen können durch Wegsehen nicht verhindert werden. Aber genau dieses Wegsehen soll durch die Web-Sperren zementiert werden. Ganz abgesehen von der eigentlichen Intention der Politiker für die Einführung einer Zensur: Machterhalt durch Kontrolle.

Mehr Infos und Quellen zum Thema gibt es im Wiki des Arbeitskreis gegen Internetsperren und Zensur (AK Zensur).