Reaktionen zum Kinderpornosperren-Gesetz

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Die Internet-Gemeinde ist fast einer Meinung: Das Gesetz zur Sperrung von kinderpornografischen Webseiten („Zugangserschwerungsgesetz“) ist absoluter Murks und gehört in die Tonne. Viele Reaktionen von einzelnen Bloggern, Internet-Anhängern, Politikern und auch zunehmend der Medien sind bezeichnend für den wachsenden Unmut in der Bevölkerung.

So kann man bei n-tv nachlesen, warum die Web-Sperren der falsche Weg sind. Auch beim Handelsblatt wird mit dem Vorhaben abgerechnet und aufgezeigt, dass die Diskussionen um die Sperren ein neues Zeitalter eingeläutet haben, nämlich die beginnende Politisierung der Internet-Massen. Siehe auch Kommentar in der Rhein-Zeitung. Markus Beckedahl, der Initiator von netzpolitik.org, wurde von der Tagesschau interviewt. Bei SPON hat man sich auch mit dem Entschluss des Bundestages beschäftigt.

Ein Blog-Beitrag von Christoph Thurner beschäftigt sich damit, dass aus den Ereignissen der letzten Wochen sehr viel gelernt wurde und man eigentlich dankbar sein sollte, dass einem in vielerlei Hinsicht die Augen geöffnet wurden. Danke für diese Beiträge.

Eine weitere Reaktion betrifft den SPD-Bundestagsabgeordneten Jörg Tauss, der aus der SPD ausgetreten ist und sich der Piratenpartei anschließen will. Ein richtiger Schritt mit einem kleinen Fragezeichen, wie ich meine. Hoffen wir nämlich, dass sich die Anschuldigungen gegen Jörg Tauss als haltlos herausstellen.

Der Arbeitskreis gegen Internet-Sperren und Zensur (AK Zensur) hat angekündigt, wie es nun weitergehen soll. Mit der SPD wurden als sofortige Reaktion Gespräche abgesagt.

Bei netzpolitik.org gibt es eine ganze Reihe Beiträge, die sich mit Demos, dem Unverständnis einiger Politiker, den Lügen und Widersprüchen und auch wissenschaftlichen Hintergründen beschäftigt.

[Update]: Die Printmedien wachen so langsam auf, aber eigentlich zu spät. Der Stern hat einen guten Kommentar „Die Internet-Zensur ist ein Irrweg“ zum Gesetz abgegeben.

Quelle Bild: roddi

3 thoughts on “Reaktionen zum Kinderpornosperren-Gesetz

  1. Alexander Gehrer

    Die geplanten Stoppschilder wird man auch automatisiert finden und sammeln können. Oder Pädophile tauschen sich darüber aus – Als Demokratieverfechter und Zensurgegner getarnt.
    Ich hab mal eine Seite ins Netz gestellt die solche Stoppschilderinfos sammeln könnte: http://stoppschilder.de. Wäre so eine Seite illegal? Gibt dort ja nichts mehr zu sehen – ist ja vom BKA gesperrt.

  2. Ralf Beitragsautor

    Keine Ahnung, ob das manuelle oder automatisierte Sammeln der gesperrten URLs durch „Suchen“ des STOPP-Schilds legal ist. Ich denke aber schon. Wenn jeder auf Deiner Seite die URLs registrieren kann, könnte da viel SPAM zusammenkommen. Du müsstest jede Seite prüfen, ob wirklich das echte STOPP-Schild kommt, was dann ggf. schnell zu Ermittlungen führen kann. Ich würde an Deiner Stelle mal Kontakt mit dem AK Zensur aufnehmen, um eine solche Aktion zu bündeln.

    Ralf

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