Archiv der Kategorie: Open Content

Offene Inhalte und Urheberrechtliches

Onlinepetition „Open Access“

150px-OA-PetitionBis zum 22.12.2009 kann man noch eine Onlinepetition unterstützen, die Open Access für alle von der öffentlichen Hand geförderten wissenschaftlichen Publikationen fordert. Hier der Petitionstext:

Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass wissenschaftliche Publikationen, die aus öffentlich geförderter Forschung hervorgehen, allen Bürgern kostenfrei zugänglich sein müssen. Institutionen, die staatliche Forschungsgelder autonom verwalten, soll der Bundestag auffordern, entsprechende Vorschriften zu erlassen und die technischen Voraussetzungen zu schaffen.

Also: Mitzeichen um von uns bezahltes Wissen nutzen zu können!

Quelle Bild: textundblog

ARD und ZDF: Inhalte im Internet eingeschränkt

Der nächste Schildbürgerstreich in Sachen Urheberrechte und Verwertung von medialen Inhalten kommt aus der Ecke des Fernsehens.

Gemäß Rundfunkänderungsstaatsvertrag dürfen ARD und ZDF (also die öffentlich-rechtlichen TV- und Rundfunkanstalten) ihre Inhalte neuerdings nur noch ca. 7 Tage nach der Sendung im Internet bereitstellen. Einige Angebote müssen komplett eingestellt werden. Die bisher angebotenen, z.T. sehr wertvollen Video- und Audio-Beiträge verschwinden also einfach so aus dem Netz. Einem Netz, das für viele mittlerweile wichtiger ist als das klassische Fernsehen, vor allem was die Verbreitung von Informationen anbelangt. Einem Netz, das neben reinem Konsum auch Feedback und Meinungen von Zuschauern einfangen kann, also Interaktion bietet. Einem Netz, das wie geschaffen ist für die Bereitstellung eines umfangreichen Archivs, nicht nur auf 7-Tage-Basis.

Die von ARD und ZDF produzierten Inhalte werden über GEZ-Gebühren von uns allen bezahlt, wir dürfen sie nun aber nur noch zeitlich limitiert konsumieren. Warum das so ist ? Weil die private Medienindustrie mit der Macht der Verlegerlobby darauf gedrängt hat, dass die Öffentlich-Rechtlichen nur ihren eigentlichen Auftrag erfüllen sollen dürfen. Und weil die privaten Medienkonzerne meinen, dass die GEZ-Gebühren den Öffentlich-Rechtlichen einen Wettbewerbsvorteil verschaffen, der nun künstlich beschnitten werden muss. Daher wurde der nachhaltige Verbreitungsweg über das Internet quasi komplett den Privaten überlassen.

Ist das okay ? Ich meine nicht. Wer fühlt sich noch verarscht ?

Ein Ausweg wäre ggf, wenn die Öffentlich-Rechtlichen ihre produzierten Inhalte unter eine CC-Lizenz stellen würden, wie z.B. teilweise beim NDR. Dann könnten andere den Aufbau eines Archivs übernehmen (YouTube & Co.) oder jedermann könnte sich die Inhalte speichern und weitergeben, die er möchte und für die er bezahlt hat.

Ein anderer Ausweg politischer Art: Klarmachen zum Ändern !

Weitere Infos:

Der Elektrischen Reporter erklärt Creative Commons

Der  Elektrischen Reporter vom ZDF behandelt im Video „Urheber 2.0: Was tun,wenn keiner kauft?“ die Urheberrechte im digitalen Zeitalter und erklärt u.a. das Lizenzsystem „Creative Commons„. Außerdem gibt es noch die Vorläufer-Episode Urheber 2.0: Jeder Nutzer ein Pirat?

Elektrischer Reporter – Urheber 2.0: Jeder Nutzer ein Pirat?

Elektrischer Reporter – Urheber 2.0: Was tun, wenn keiner kauft?

Dossier Urheberrecht

Wie netzpolitik.org berichtet, hat die Bundeszentrale für politische Bildung ein Dossier zum Urheberrecht veröffentlicht. Dort werden die Grundlagen des Urheberrechts vermittelt und was man beim Umgang mit geistigem Eigentum im Alltag beachten sollte. Denn im Zeitalter der neuen Medien wird man sowohl als Nutzer als auch als Anbieter täglich mit dem Urheberrecht konfrontiert. So heißt es in der Einleitung des Dossiers:

Was früher nur einige Künstler und Verlage berührte, regelt heute den Großteil unserer Kultur- und Wissens-Wirtschaft – und zunehmend unseren Alltag: Ob E-Mails oder Handy-Fotos, Computerspiele oder Präsentationen in der Schule – sie alle werden vom Urheberrecht geschützt.

Bleibt zu hoffen, dass sich das Modell der Creative Commons Lizenzen weiter ausbreitet, welches sich dadurch auszeichnet, dass den Nutzern bestimmte Rechte an den Werken eingeräumt werden können.