Archiv der Kategorie: Kultur

Roger Waters „The Wall“ in Düsseldorf

20 Jahre warten hatte ein Ende. Gestern gastierte Roger Waters in der Düsseldorfer Esprit Arena mit der Inszenierung des legendären Albums „The Wall„. Die Show war absolut klasse und sehr empfehlenswert. Gesang und Sound passten, wenn auch einige Titel erkennbar (teilweise) aus der „Retorte“ stammten (man möge mich berichtigen), vor allem als die Band komplett hinter der Mauer verschwunden war. Die reine Spielzeit betrug etwas weniger als zwei Stunden (insgesamt ca. 20:15 – 22:35 Uhr). Ein Konzert von Roger Waters bzw. Pink Floyd fehlte noch in meiner Sammlung. Beim nächsten Mal möchte ich jedoch näher dran sitzen, denn in Block 40 war man doch recht weit weg vom Geschehen. Außerdem waren die speziell für das Umwandeln in Stehplätze vorgesehenen Sitze unbequem (keine Schalen sondern Gitter). Aber egal, man ist ja noch jung …

Weitere Infos:

Beispielhaft hier noch ein Video von gestern auf YouTube mit dem genialen Stück „Comfortably Numb“ als Höhepunkt des Abends.

Quelle Video: YouTube
Quelle Bild: Eigenaufnahme

Das Gesetz ändert sich, das Gewissen nicht.

scholl

Vor ein paar Tagen habe ich mir zum ersten Mal den Film „Sophie Scholl – Die letzten Tage“ angesehen. Ich kann den Film sehr empfehlen. Sehr beeindruckend fand ich im Verhör die Wortwechsel zwischen dem Ermittlungsbeamten Mohr und der „Gesetzesbrecherin“ Sophie Scholl.

Ein wenig haben mich die Phrasen des Beamten und die Gegenargumente der Sophie Scholl schon an heutige Verhältnisse erinnert und mich dahingehend bestärkt, wachsam zu sein und Gesetze und Verordnungen zu hinterfragen, egal von wem sie stammen, von welchen hehren Zielen sie geleitet werden und in welcher Staatsform sie erlassen werden. Hier ein paar zusammenhängende Zitate aus dem Film:

Mohr: „Wo kommen wir denn hin, wenn jeder selbst bestimmt, was nach seinem Gewissen richtig oder falsch ist?“

Sophie Scholl: „Das Gesetz ändert sich. Das Gewissen nicht.“

Mohr: „Woran soll man sich denn halten, wenn nicht an das Gesetz? Egal, wer es erlassen hat!“

Sophie Scholl: „Das Gesetz, auf das Sie sich berufen, hat vor der Machtergreifung 1933 noch die Freiheit des Wortes geschützt und heute bestraft es unter Hitler das freie Wort mit Zuchthaus oder dem Tod. Was hat das mit Ordnung zu tun?“

Mein Fazit: Regierungen und deren Taten (Gesetze) müssen ständig vom Volk kontrolliert werden, nicht nur alle vier Jahre beim Wählen. Das gilt heute noch, auch in einer vermeintlich so freien und demokratischen Staatsform. Man muss sich nur die Aussagen von Innenminister Wolfgang Schäuble anhören, wie z.B. jüngst auf einer Wahlkampfveranstaltung, um das zu verstehen. Ich zitiere aus dem Heise-Artikel:

[…] Die „Verunsicherung der jungen Leute“ in Bezug auf die in der vergangenen Legislaturperiode geschaffenen Sicherheitsgesetze nannte Schäuble völlig ohne Grund. Ohne Sicherheit könne es keine Freiheit geben. Die Grundrechte müssten durch Regeln beschränkt werden, so der Bundesinnenminister. […]

[…] Zum BKA-Gesetz sagte Schäuble, wenn die Polizei nicht wisse, wo etwas wann passiere, könne sie „eben erst hinterher kommen“. In bestimmten, eng eingegrenzten Fällen sei daher die Einschränkung von Brief- und Fernmeldegeheimnis gerechtfertigt und daher auch die Online-Durchsuchung. […]

Meine Meinung ist: Im Grundgesetz sind schon ausreichend Einschränkungen enthalten. Noch mehr Einschränkungen verkraftet es nicht, ohne den Geist der Freiheit zu verlieren. Wo z.B. steht im Grundgesetz, dass die Polizei (immer) wissen muss, wo etwas wann passiert ?

Quelle Foto: unbekannt, jedoch Verweise gefunden auf „Weiße Rose Stiftung e.V.“, „Bundeszentrale für politische Aufklärung“ und „United States Holocaust Memorial Museum“.

Judas Priest live in Dortmund

Gestern startete die Judas Priest Tour in Deutschland namens „Priest Feast“. Den ersten Auftritt in Dortmund ließ ich mir nicht entgehen und war zusammen mit meiner Frau live dabei. Nach Konzertbesuchen in Berlin, Essen und Köln war das nun mein viertes Priest-Konzert in den letzten 25 Jahren.

Insgesamt war das Konzert gut gelungen, auch wenn das Event recht kurzfristig in die kleinere Halle 2 verlegt wurde. Leider war die Lautstärke tendenziell zu hoch und hätte locker für die große Westfalenhalle 1 gereicht. So war vor allem der übereifrig donnernde Bass vom Schlagzeug das ein oder andere Mal der Melodie der Songs nicht förderlich. Schade, wo sich doch gerade die meist melodische Grundstimmung der Priest-Musik so hervorragend von den Songs anderer Heavy Metal Bands abhebt. Trotz Schwächen bei der Beschallung war die Musik hervorragend.

Neben einigen Songs von der neuen Nostradamus-Scheibe („Prophecy“,“ Death“) wurden vor allem Titel aus den 70er und 80er Jahren gespielt. So waren „Eat me alive“, „Sinner“, „Electric Eye“ und „Painkiller“ vertreten. Spitzenmäßig vorgetragen wurden die Titel „Breaking the Law“ und „Green Manalishi„. Auch am Ende – nach insgesamt 1:40 h Spieldauer – zeigten die Jungs mit „You’ve got another thing comin“ noch einmal so richtig, dass Priest live immer noch vom Feinsten ist. Ein Wahnsinns-Ende.

Ein kleiner Ausschnitt von „Metal Gods“ ist unten als Video zu sehen.

Quelle: Priest Live in Dortmund 24.02.2009

Weitere Links (Audio-Qualität z.T. sehr schlecht):