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Einführung des elektronischen Personalausweises wird zur Farce

Ich wusste nicht, ob ich lachen oder weinen sollte, als ich am Donnerstag auf dem Nachhauseweg den Artikel „Wackelpartie für den neuen Personalausweis“ bei Heise Online las. Der gleiche Artikel ist auch in der gestrigen Ausgabe 41 der VDI nachrichten erschienen.

Die Einführung des elektronischen Personalausweises (ePA) gerät zur Farce, wenn man sich die Geschichte als IT-kundiger und mit gesundem Menschenverstand ausgestatteter Ingenieur anschaut. Schon die Limitierung der Software in den Ämtern auf Microsoft-Produkte ist eigentlich eine Frechheit. Ich könnte mir z.B. vorstellen, dass damit der zwingende Einsatz des proprietären .NET Frameworks von Microsoft gemeint ist, das zudem nur unter Windows aus dem gleichen Hause läuft. Da hat wahrscheinlich jemand einfach mal angefangen, etwas zu programmieren. Und da zufällig (oder zwangsweise durch die gängige Bündelung von PC-Hardware mit Microsoft-Produkten) .NET auf dem Rechner installiert war, wurde es genommen. Was auch immer in dem Artikel mit „Verwendung von Microsoft-Produkten“ gemeint ist, das ist jedenfalls eine ungeheurere Verschwendung von Steuergeldern durch Lobbyismus und/oder fehlenden Sachverstand. Ich kann nur hoffen, dass sich die Städte, die bereits auf Open Source und offene Standards umgestiegen sind, gegen solche Machenschaften wehren.

Was Lobbyarbeit und Meinungsmache sonst noch bewirkt, kann man sehr schön an einem aktuellen Beispiel (Stuttgart 21) bei den NachDenkSeiten nachlesen. Wie beim ePA handelt es sich bei Stuttgart 21 um ein „Großprojekt“, das gnadenlos durchgezogen wird, weil mächtige finanzielle Interessen dahinter stehen.

Windows 7 Sünden

windows7sinsDie Free Software Foundation hat unter dem Titel „Windows 7 Sünden“ eine Aufklärungskampagne gestartet, um auf die Gefahren von Windows 7 im Speziellen und Microsoft im Allgemeinen hinzuweisen. Seit vielen Jahren drangsaliert Microsoft Privatanwender und Firmen mit Software, die Abhängigkeiten schafft und Freiheit einschränkt. Nur der verstärkte Einsatz von Freier Software (Open Source) und offenen Schnittstellen und Formaten kann helfen, diesem Diktat proprietärer Software zu entrinnen. Das geht jeden an, der einen Computer einsetzt!

Zensursulas Zahlen und kommerzielle Interessen

buergerrechte_waehlen_sicherheit_ueber_allesEin lesenswerter Artikel „Zensursula, Indien, Microsoft und die Lüge in der Politik“ beim Spiegelfechter beschreibt, woher Frau von der Leyen ihre Zahlen bezüglich der Verbreitung von kinderpornografischen Inhalten im Netz hat. Es wird dargelegt, inwieweit Netzsperren und andere „Sicherheitsmaßnahmen“ den kommerziellen Interessen der Privatwirtschaft dienen. So passt es der Firma Microsoft sehr gut in den Kram, dass die Kontrolle und Zensur des Internets derzeit von vielen Staaten vorangetrieben wird.

Übrigens hat gerade heute Microsoft bekanntgegeben, dass der Nettogewinn im abgeschlossenen Quartal auf „nur noch“ ca. 3 Milliarden US$ zurückgegangen ist. Da kämen Aufträge zur „Sicherung der Moral im Internet“ aus Deutschland, Indien & Co. doch gerade recht. Noch mehr Aufträge für Lobbyisten gäbe es, wenn die (satirisch gemeinten) Vorschläge von magnus.de realisiert werden würden.

Quelle und Lizenz Bild: artbyte, unter Creative Commons-Lizenz.

OOXML wurde zum ISO-Standard „erlobbied“

Nach den Entwicklungen der letzten Wochen konnte man es erahnen: Die ISO hat das von Microsoft entwickelte Dokumentenformat OOXML im zweiten Anlauf zum ISO-Standard erhoben. Der seit der ersten fehlgeschlagenen Abstimmung erhöhte Druck seitens Microsoft auf die nationalen Abstimmungsgremien hat also gewirkt. Da halfen auch keine Kampagnen mehr. Einen lupenreinen Lobbyismus haben wir da erlebt – und wie viele Medien und Experten berichten, wurde hier und da die Grenze zur Korruption überschritten.

Man kann sich als Beobachter schon wundern, wie es Microsoft international immer wieder schafft, seine Interessen durchzusetzen. Vor allem hinsichtlich des von der EU kürzlich verhängten Rekordbußgeldes von 899 Mio € reibt man sich die Augen. Und auch den OOXML-Standardisierungsprozess untersuchen die EU-Kartellwächter nun wieder, ob alles mit rechten Dingen zugegangen ist.

Nun haben wir neben OpenDocument (ODF) einen zweiten anerkannten ISO-Standard. Und da beide inkompatibel zueinander sind (es gibt jedoch schon Konverter), wird man erst in Zukunft sehen, welches Format sich durchsetzt. Man muss kein Prophet sein, um dem Microsoft-Format bei der bestehenden Marktdominanz des amerikanischen Monopolisten eine gute Chance einzugestehen. Vor allem im gewerblichen Bereich wird Microsofts Format wohl kurz- bis mittelfristig die Nr. 1 bleiben, aber die Fronten bröckeln. Meine Hoffnung geht vor allem dahin, dass wenigsten in Europa, bei Behörden und bei Privatleuten das ODF-Format mehr Anhänger findet, da dieses Format nicht nur den kommerziellen Interessen von Microsoft dient, sondern von vielen IT-Firmen (eigentlich genau von den Gegenspielern Microsofts wie z.B. Sun, IBM und Google) und vor allem der Open-Source Szene getragen wird. Zudem setzt ODF im Gegensatz zu OOXML sehr stark auf die Integration schon bestehender Standards wie SVG für eingebettete Grafiken, während OOXML hier proprietäre Microsoft-Formate vorsieht [1].

Daher sei an dieser Stelle gesagt: Leute, setzt OpenDocument (ODF) ein !!

NO OOXML

Das bekannteste Office-Programm mit ODF-Unterstützung ist das quelloffene OpenOffice, welches in den meisten Punkten locker mit Microsoft Office mithalten kann, wie ich hier berichtet habe und auch hier dargestellt wird.

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