Schlagwort-Archive: Netzpolitik

Reservate für die Netzgemeinde

Jörg Tauss hat gestern eine interessante Analogie der politischen Machtkämpfe zur Kontrolle des Internets mit der damaligen „Befriedung“ der Indianer im Wilden Westen hergestellt. Sein Artikel Indianer und Netzgemeinde veranschaulicht verblüffend passend, wie die Politik versucht, die Netzgemeinde durch mutmaßliche Zugeständnisse und „aufeinander Zugehen“ einzunebeln, um dann hinterrücks unbeirrt unsere Freiheit einzuschränken (siehe Vorratsdatenspeicherung,  Zugangserschwerungsgesetz, elektronischer Personalausweis, SWIFT, Online-Durchsuchung, ACTA, etc.). Ein Kernsatz sei hier zitiert:

[…] Auch die Indianer verhandelten damals gutgläubig mit den Regierungsstellen und schlossen sogar Verträge, deren Halbwertszeit, wenn überhaupt, bei Monaten lag. Erreicht wurde damit ein für sie leider trauriger und unvorteilhafter Tausch: gutes Land gegen unfruchtbare Reservate und etwas staatliche Unterstützung. […]

Mein Fazit: Freiheit lässt sich nicht verhandeln, sondern ist Grundlage unserer gesellschaftlichen Ordnung.

Quelle Bild: Wikipedia, Lizenz: gemeinfrei

Interviews im ZDF-Mittagsmagazin

Über netzpolitik.org und das Heise-Forum bin ich auf eine Sendung vom ZDF-Mittagsmagazin aufmerksam geworden, in der Markus Beckedahl, die Piratenpartei und der Chaos Computer Club und interviewt wurden. Fazit: Netzpolitik wird wichtiger und die Leute lassen sich nicht mehr alles gefallen. Hier der Mitschnitt:

Quelle: ZDF, auf YouTube

taz: Netzaktivisten werden politisch

buergerrechte_waehlen_vorratsdatenspeicherungIn der taz ist heute ein interessanter Artikel „Netzaktivisten werden politisch – Die Wandlung der Freaks“ erschienen. Dort wird recht vielschichtig das Phänomen der aufkommenden Politisierung von Netzbürgern beleuchtet. Blogger, Netzexperten und aktive Internetnutzer machen mobil gegen zunehmende Kontrolle und Regulierung ihres sozialen Raums Internet.

Meiner Meinung nach sollte bei der Bewegung an zwei Fronten gekämpft werden. Einmal durch Unterstützung der neuen, den Interessen der Netzbewegung nahen Piratenpartei. Zum zweiten durch gezielte Lobbyarbeit in den etablierten Parteien. Wie bei der Umweltbewegung wird man mehr Erfolg mit dem Umdenken in den Volksparteien haben, wenn eine neue Partei bereits genügend Wählerstimmen abzieht, ja sogar Oppositionsarbeit machen kann. Der Druck muss jedenfalls erhöht werden. Bei den Netzaktivisten handelt es sich nicht nur um vorwiegend junge Leute, sondern vor allem um gebildete. Ich möchte sogar sagen um Mitglieder einer „informationstechnologischen Elite“. Ohne diese wird der Weg in eine Wissensgesellschaft fast unmöglich sein.

Quelle und Lizenz Bild: artbyte, unter Creative Commons-Lizenz.